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Eignungstest

Wie reagiert der Hund auf "komische" Situationen?

Ein Rettungshund muss ein sicheres, unbefangenes und unerschrockenes Verhalten zeigen. Dies muss in unterschiedlichsten Situationen erkennbar sein. Getestet wird unter anderem wie sich der Hund bei optischen und akustischen Einflüssen (Lärm durch hupende Autos oder Motorsägen, flatternde Tücher, Feuer,...), im Kontakt mit fremden Menschen und anderen Hunden, sowie auf unangenehmen Untergründen verhält.

Ein Hund, der in einigen Punkten nicht das erwünschte Verhalten zeigt, wird nicht weiter zum Rettungshund ausgebildet. Das heißt aber nicht, dass Hund und Mensch jetzt die Staffel verlassen müssen. Für Helfer (so heißen alle "Nicht-Rettungshundeführer") gibt es in der Staffel genügend andere Aufgaben und auch der Hund kann weiterhin dabei sein.

Beim Eignungstest spielt die Rasse des Hundes keine Rolle. Der Erfahrung nach eignen sich die meisten Gebrauchshunde- oder gebrauchshundeähnliche Rassen für die Ausbildung zum Rettungshund, sofern diese Tiere belastbar sind und Ausdauer mitbringen - und natürlich Spaß an der Arbeit.

Spicy auf "ungewohntem Untergrund"

Ausbildungsgrundlagen

Gehorsam auch in der Gruppe

Gehorsam:

Gehorsam ist die Basis jeder Arbeit mit dem Hund. In Einzel- und Gruppenarbeit erlernen und vertiefen die Hundeführer einzelne Komandos und Übungen. Geübt wird mit und ohne Leine. Das Laufen des Hundes "bei Fuß" wird in unterschiedlichen Gangarten trainiert, darauf aufbauend Richtungswechsel, "Sitz", "Platz" und "Steh". Weiter muss sich der Hund ca. 20m in die vom Hundeführer angezeigte Richtung "Voran" schicken lassen oder sich alternativ an sichtbaren Elementen wie beispielsweise Pylonen auf Entfernung detachieren lassen.

Gewandheit:

Für die Rettungshundearbeit, insbesondere für die Trümmersuche, ist es unsagbar wichtig, dass der Hund sich sicher und gewandt auf verschiedene Untergründe bewegen kann. Der Hund lernt bei der Gerätearbeit mit Ruhe und Sicherheit seine Bewegungen zu koordinieren, um z.B. schmale Stege zu überqueren, auf steile Leitern zu steigen, Wippen zu überqueren, glatte Steigungen zu überwinden, auf wackeligen Brettern zu gehen. Das ist wichtig, da der Hund von Natur aus kein Klettertier ist und Sicherheit oberste Priorität hat.

Suchausbildung:

Schwerpunkt in der Rettungshundeausbildung ist die Suchausbildung. Der Hund muss nicht nur lernen seine Nase zielgerichtet zu gebrauchen, um menschliche Witterung aufzunehmen und auszuarbeiten, er muss auch lernen ausdauernd - im Einsatzfall über Stunden hinweg - zu suchen. Besonders wichtig ist natürlich dass der Hund dem Hundeführer seinen Fund auch zuverlässig meldet, das heißt: das "Opfer anzeigt". Daher wird regelmäßig die jeweilige Anzeigeart des Hundes geübt und gefestigt. Die meisten unserer Hunde "verbellen" die gefundenen Personen, aber auch das "Freiverweisen" und das "Bringseln" - Anzeigearten, bei denen der Hund die gefundene Person verlässt, seinen Fund dem Hundeführer zum Beispiel durch Anspringen anzeigt und ihn anschließend zum "Opfer" zurückführt - werden in unserer Staffeln von einigen Hunden und ihren Hundeführern angewandt.

Beim Training in der Rettungshundestaffel lernt der Hund systematisch die verschiedensten möglichen Situationen kennen und diese souverän zu bewältigen. Zudem lernt der Hund inmitten von Feuer und Rauch und dem Lärm von Bergungsgeräten seinen Suchauftrag zuverlässig auszuführen.

Bildbeispiele

Gehorsam  "Fußarbeit" 
Gefunden! Anzeige durch Verbellen  Gewandheit 

Rettungshundeprüfung

Die Ausbildung zum Rettungshund dauert ungefähr zwei Jahre und schließt mit der Prüfung ab, die alle 18 Monate wiederholt werden muss.

In der Prüfung selbst müssen vier Teilprüfungen bestanden werden. In der Flächenprüfung gemäßg GemPPO-RH F/T sind dies beispielsweise:

- Fachfragenprüfung
Schriftliche Beantwortungen verschiender Fragen durch den Hundeführer

- Verweisprüfung
Sichere Anzeige einer liegenden Person durch den Hund

- Gehorsamsprüfung
Hierbei muss der Hund auf Hörzeichen seinem Hundeführer ohne Leine folgen und unterschiedliche Kommandos zuverlässig ausführen. Außerdem muss er sich von seinem Hundeführer und einer weiteren Person tragen lassen.

- Flächensuchprüfung
Innerhalb 20 Minuten müssen eine bis zwei Versteckpersonen in einem Waldstück durch das Rettungshundeteam aufgefunden und erstversorgt werden.